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Eine Kugel – Alle Neune

Die Keglerinnen der Schützengilde Bayreuth spielen erfolgreich in der Bundesliga

BAYREUTH In unserer Sportserie „Trick“ begeben wir uns diesmal auf die Kegelbahn und blicken zur erfolgreichsten Abteilung des ältesten Bayreuther Vereins, der „Vereinigten Schützengilden St. Georgen von 1720 und Bayreuth von 1623 e.V.“. Die Damen spielen erfolgreich in der 2. Bundesliga Mitte.

Anlauf, Kugel aufsetzen und schauen, wie viele Kegel vorne umfallen. Ganz so einfach ist der Kegelsport dann aber doch nicht. Um erfolgreich zu sein, gibt es einiges zu beachten. Es beginnt beim richtigen Anlauf über die Haltung und die richtige Koordination, aber auch die Konzentration während eines Wettkampfes ist wichtig. „Ein Spiel dauert drei bis dreieinhalb Stunden, dabei muss man immer konzentriert bleiben und keiner kann sich ausruhen“, sagt Tamara Böllath, Sportwartin und Bundesligaspielerin bei der Schützengilde Bayreuth .

120 Wurf aufgeteilt in viermal 30 Wurf

Derzeit sind bei der Schützengilde rund 50 Kegler aktiv, die in zwei Damen-, drei Herren-, einer Gemischten und zwei Jugendmannschaften spielen. Die erste Damenmannschaft spielt am höchsten, nämlich in der 2. Bundesliga Mitte, die erste Herrenmannschaft hat in der vergangenen Saison den Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga geschafft. Gespielt wird ab der Bezirksoberliga mit sechs Spielern oder Spielerinnen. In den Wettbewerben wird das 120-Wurf-System, aufgeteilt in viermal 30 Wurf (15 in die Vollen, 15 Abräumen) über vier Bahnen. Dabei gibt es immer ein direktes Duell und pro Bahn wird ein Satzpunkt ausgespielt. Wer mehr Satzpunkte oder bei einem 2:2 mehr Kegel hat, bekommt einen Mannschaftspunkt. Zu den sechs Mannschaftspunkten, die in den direkten Duellen vergeben werden, kommen noch zwei für das Gesamtholzergebnis dazu. Was kompliziert klingt, ist im Grunde, und wenn man es einmal gespielt hat, ganz einfach. Mit diesem Spielsystem, das es seit vier Jahren gibt, soll die Spannung erhöht werden, da nicht nur das Gesamtergebnis zählt, sondern auf jeder der vier Bahnen eine Entscheidung fällt.

Der Kegelsport ist auch keine Frage des Alters, wie Verena Faßold, Jugendwartin und Bundesligaspielerin, sagt .

„Der Jüngste bei uns ist fünf Jahre alt, der Älteste 79. Motorische Fähigkeiten sind natürlich von Vorteil, aber Fleiß und Ehrgeiz stehen im Vordergrund.“ Denn beim Sportkegeln wird viel über die Technik gemacht, nicht über die Kraft. „Koordination, Konzentration und Technik sind wichtig. Davon profitieren auch Jugendliche, sie lernen, sich stärker zu konzentrieren, wodurch sich auch die schulischen Leistungen verbessern können“, erzählt Verena Faßold, „außerdem lernen sie Sport sowohl in der Gemeinschaft als auch im Einzel kennen.“

Denn neben den Mannschaftswettkämpfen gibt es natürlich auch diverse Einzelmeisterschaften auf Kreis- und Bezirksebene, dazu werden noch die bayerischen und deutschen Meister im Sportkegeln ausgespielt .

Eigene 4-Bahnen- Kegelanlage

Die Sportkegler der Schützengilde Bayreuth haben übrigens ihr Zuhause auf ihrer eigenen 4-Bahnen-Kegelanlage mit moderner Steuerungs- und Anzeigetechnik und einem Kegelstübchen in den Kellerräumen des Schützenhauses. Dort können die Mitglieder so oft trainieren, wie sie wollen. Tamara Böllath und Verena Faßold trainieren zwei- bis dreimal die Woche und geben auch den Nachwuchskeglern wichtige Tipps, wie sie sich verbessern können, denn oftmals bringt schon die richtige Starthaltung zur Bahn eine Verbesserung. Und ein Projekt liegt Verena Faßold noch am Herzen. Ihr Integrationsprojekt „Kegeln, Fitness und mehr“, das sie seit zweieinhalb Jahren im Rahmen der landkreisweiten Aktion „Hand in Hand“ betreibt. Wer jetzt mehr wissen will, der kann die Facebook-Seite der Sportkegler besuchen oder sich per E-Mail an tamara.boellath@ t-online.de wenden. hoka


Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 3. Juli 2019, Seite 6