E-paper - 01. August 2020
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Es kreucht und fleucht

Mitmachen bei der nächsten bundesweiten Insektenzählung

Bayreuth

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ können Naturinteressierte in der Region wieder Insekten dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) melden. Der zweite bundesweite Zählzeitraum geht noch bis zum 9. August.

Organisiert wird die Mitmachaktion vom LBV zusammen mit seinem Partner, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU). Laut Veranstalter sind im Hochsommer vor allem Schmetterlinge unterwegs.

„Schmetterlinge sind faszinierende und schützenswerte Insekten. Bei unserer Insektenzählung in Bayern können alle mitmachen und die kleinen Sechsbeiner für eine Stunde lang genauer betrachten.“

Mit der ganzen Familie beobachten

„Die Natur direkt vor der Haustür auf diese Weise zu entdecken, ist ein schönes Erlebnis für die ganze Familie. Mit dem Insektensommer wollen wir die Menschen für die Vielfalt der Insekten begeistern. Gleichzeitig helfen die gesammelten Daten uns dabei, die Insektenentwicklung in Deutschland besser zu verstehen“, erklärt der LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Schmetterlinge sind nach den Käfern die artenreichste Insektenordnung überhaupt. Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3700 Arten. Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge oder Bläulinge sowie viele weitere gehören zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern der Natur.

Zur Gruppe der Tagfalter gehören in Deutschland fast 190 Arten. Besonders in den Sommermonaten kann man bei Sonnenschein viele Schmetterlinge entdecken.

Allerdings macht sich auch das große Insektensterben bei den Schmetterlingen bemerkbar. Rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen.

Zählen ist ganz einfach

Das Bundesamt für Naturschutz meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

Am besten zählen sich Schmetterlinge und Co. an einem warmen, sonnigen Tag draußen. Gezählt werden kann alles, was sechs Beine hat. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter im Umkreis um den eigenen Standort.

Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel und die praktische Zählhilfe mit den häufigsten Arten, die auf der LBV-Webseite heruntergeladen und ausgedruckt werden kann.

Notiert wird immer die Zahl der Insekten, die gleichzeitig beobachtet werden können. Wenn also drei Marienkäfer da sind und später nur noch einer, dann werden drei gezählt. Sollten innerhalb der Stunde dann fünf Marienkäfer auftauchen, werden fünf gezählt. Besonders sollte auf in Deutschland häufig vorkommende Arten geachtet werden, wie Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Holzbiene, Sieben-Punkt-Marienkäfer, Grünes Heupferd, Blaugrüne Mosaikjungfer oder die Streifenwanze. Der LBV bietet viele Materialien an, um die Sechsbeiner besser kennenzulernen und unterscheiden zu können. red/hoka

Info: Die Zählhilfe und das Onlineformular zum Melden der Ergebnisse gibt es unter www.lbv.de.

Fraenkische Zeitung vom Samstag, 1. August 2020, Seite 1 (7 Views)

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