E-paper - 15. Mai 2019
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Der Wolf ist da

Fotobeweis aus dem Fichtelgebirge

Marktredwitz/ Wunsiedel Im Fichtelgebirge ist ein Wolf unterwegs. Mitte April ist das Tier zwischen Wunsiedel und Marktredwitz in eine Fotofalle getappt.

Das Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte, dass es sich bei dem Tier auf dem Foto um einen Wolf (Canis lupus) handelt. Unklar sei, ob Männchen oder Weibchen, sagte Experte Peter Lang. „Ich nehme an, das Tier zieht durch.“ Hinweise auf den Wolf, sagt Lang, gebe es immer wieder. Den ersten 2011. Damals habe es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Tier aus Sachsen gehandelt. Dort hätten sich schon Anfang der 2000er Jahre Rudel auf Truppenübungsplätzen gebildet. „Die Rüden wandern mit ungefähr einem Jahr ab und suchen sich ein neues Revier“, sagt Lang.

Die Suche führe die Wölfe eben auch durch das Fichtelgebirge. Dass Canis lupus auch zwischen Kornberg, Ochsenkopf und Platte heimisch wird, steht für Ekkehard Schwärzer, Vorsitzender der Jägerschaft Fichtelgebirge, fest. „Der Wolf findet hier einen attraktiven Lebensraum vor.“ Als Vorsitzender der Jägerschaft sieht er der Sache gelassen entgegen, zumal der Wolf unter strengem Schutz steht.

„Auch der Wolf gehört zur Natur“

„Sollten sich hier allerdings Wölfe etablieren, wird sich das Verhalten verschiedener Schalentierarten verändern“, gibt Schwärzer zu bedenken. Rotwild werde sich, wegen der größeren Sicherheit, in Herden zusammenrotten. „Solange keine großen Rudel Wölfe auftauchen, haben wir auch kein Problem“, meint Schwärzer.

Schäfer allerdings schon eher. Christa Frank, Schäferin in Schirnding, sagt deshalb „Auch der Wolf gehört zur Natur. Ich denke, er ist ein scheues Tier und greift nicht im Dorf an.“ Allerdings könne der Wolf schnell Existenzen gefährden. Sie wünscht sich deshalb, Prävention stärker zu fördern. Gerd Pöhlmann

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 15. Mai 2019, Seite 9 (8 Views)

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