E-paper - 15. Mai 2019
Fränkische Zeitung

E-Paper - Auswahl
 
 

Laktoseintoleranz

Eine große Anzahl Erwachsener reagiert beim Verzehr von Milch, Milchprodukten und anderer laktosehaltiger Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Getreideerzeugnissen, mit Blähungen, Bauchkrämpfen, Übelkeit und Durchfällen.

Milchzucker- unverträglichkeit

In diesem Fall sollte an eine Milchzuckerunverträglichkeit gedacht werden. Diese äußert sich darin, dass der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker (= Laktose) aufgrund einer fehlenden oder verminderten Produktion von Laktase im Dünndarm nicht enzymatisch in D-Galaktose und D-Glucose gespalten und damit aufnahmefähig gemacht wird, sondern bakteriell im Dickdarm in Wasserstoff, Methan und Milchsäure zersetzt wird. Die beiden Gase können Blähungen und Bauchdrücken, die entstandene Milchsäure durch verstärkten Wassereinstrom Durchfälle hervorrufen. Neugeborene bilden, während sie gestillt werden, (meistens) ausreichend aktives Enzym. Im Laufe der Umstellung auf milcharme Kost sinkt die Bildung und Aktivität der Laktase. Dies führt in weiten Teilen der Weltbevölkerung zum Vorliegen einer Laktoseintoleranz, 90 Prozent der Afrikaner und Asiaten und 15 bis 20 Prozent der Deutschen sind betroffen. Ausnahmen sind in der Mongolei und in Sibirien vorzufinden, Länder mit sehr großer und langjähriger Milchwirtschaft, bei denen fast alle Erwachsenen noch ausreichend aktive Laktase produzieren. Man bezeichnet dieses Phänomen Laktasepersistenz. Eine Milchzuckerunverträglichkeit äußert sich in Abhängigkeit von der individuellen Laktoseaktivität und der Menge an konsumierter Laktose mit unterschiedlich ausgeprägter Symptomatik.

Ein Laktasemangel ist derzeit nicht heilbar. Eine Linderung der Beschwerden kann allerdings durch Umstellung der Ernährung auf milchzuckerarme beziehungsweise milchzuckerfreie Kost erzielt werden. So stellen Soja-, Getreide- und Mandelmilch laktosefreie Alternativen zur Kuhmilch dar, fermentierte Milcherzeugnisse, wie beispielsweise Joghurt, Quark und Buttermilch, enthalten nur einen geringen Anteil an Laktose, da diese durch zugesetzte Milchsäurebakterien größtenteils umgewandelt wurde und weisen daher oft eine gute Verträglichkeit auf.

Zufuhr des Enzyms Laktase in Form von Kapseln oder Tabletten, die in der Apotheke erhältlich sind, und direkt zu den Mahlzeiten eingenommen werden, stellt eine weitere Option dar. Die erforderliche Anzahl muss individuell und abhängig von der zugeführten Menge an Laktose ausgetestet werden.

Ihre Apothekerin

Jennifer Tasche,

Adler-Apotheke

Fraenkische Zeitung vom Mittwoch, 15. Mai 2019, Seite 6 (8 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE